Unsere Top3 des Jahres 2016 – Blockbuster, Arthouse und Fabian!

Das Jahr geht in schnellen Schritten dem Ende entgegen. Sieht man sich die Ereignisse der letzten Tage an, möchte man anfeuernd „Lauf du dreck…“, rufen. Hier soll es jedoch um die positiven Dinge des Jahres gehen: Neuerscheinungen! Da es bereits genug klassische Jahresrückblicke gibts haben Niklas, Fabian und ich jeweils eine Liste erstellt, die das Filmjahr 2016 grob umreißen soll.

Niklas Top 3: Es war ein gutes Arthouse-Jahr!

Anomalisa mit David Thewlis
©Paramount Pictures

Platz 3: Tangerine L.A.

Filmkunst geht auch mit Iphone. Das wird einigen Cineasten vermutlich gegen den Strich gehen, aber Sean Bakers „Tangerine L.A.“ ist ein Rausch aus warmen Farben und harten Schnitten. Der Alltag einiger auf der Straße lebender Transen ist hart, manchmal enervierend, aber immer ehrlich. Ein aufsehenerregendes Projekt, das es tatsächlich auf deutsche Kinoleinwände geschafft hat.

Platz 2: Anomalisa

Charlie Kaufman gilt als einer der besten Künstler unserer Zeit. „Anomalisa“, sein per Crowdfunding finanziertes Stop-Motion-Werk, zementiert diesen Ruf. Wie er in einer Abfolge sehr surrealer Szenen die Vereinsamung seines Hauptcharakters darstellt, ist herzergreifend. Und wer hätte gedacht, dass eine Sexszene zwischen Puppen zum sinnlichsten zählt, was das Kino die letzten Jahre zu bieten hatte?

Platz 1: Swiss ArmyMan

Immer wieder hört man vom kreativen Niedergang des Kinos. Sieht man sich die Kinocharts an, möchte man dem zustimmen bis urplötzlich ein Wunderwerk wie „Swiss Army Man“ in die Kinos kommt. Dieser abgefahrene Mix aus Indie-Charme, Fürzen und Erektionen steckt voller Leben – obwohl Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe eine Leiche spielt. Eine klare Empfehlung, ein Wunderwerk von einem Film. Wenn man sich denn drauf einlässt.

Lukas Top 3: Explosionen! Marvel! Blockbusterkino!

Batman v Superman Szenenbild
©Warner Bros.

Platz 3: Captain America: Civil War

Niklas hat sich am klassichen Marvelrezept mittlerweile etwas satt gesehen, ich war jedoch absolut begeistert. Der von Daniel Brühl verkörperte Bösewicht, folgte endlich mal nicht dem klassischen Comicschema und liefert uns einen menschlichen Ansatz. Dennoch stimmen der Humor, die Actionsequenzen und der Auftritt von Spiderman macht bereits Vorfreude auf Spiderman: Homecoming!

Platz 2: Deadpool – Darf es noch etwas Marvel sein?

Ja meine Liste ist doch recht überladen mit Comicverfilmungen. An diesen führte dieses Jahr aber auch kein Weg vorbei. „Deadpool“ schaffte Anfang des Jahres erstmal das für Marvel unglaubliche: der Film überraschte uns. Zwar handelt es sich um eine klassische Origin-story, doch die gesamte Aufmachung des Films wehrt sich gegen die Zahmheit der anderen Marvel Verfilmungen. Ryan Reynolds („Self/Less„) geht in dieser Rolle, die er nun 10 Jahre lang ausfüllen wollte, einfach auf und macht damit jeden Fan überglücklich. Hier wurde man im Kino wunderbar unterhalten und auch die Blu-ray durfte schon ein paar Mal über den Fernseher rauschen.

Platz 1: Batman v Superman: Dawn of Justice – Ernsthaft?

Nein natürlich nicht! Aber diesen kurzen Schockmoment wollte ich euch 2016 noch mitgeben. Mein Blockbuster des Jahres ist wenig überraschend „Rogue One„. Diese Mischung aus geballter Action und Fanservice begeistert mich einfach immer noch und ich freue mich, auch 2017 noch mindestens einmal in „Rogue One“ zu gehen. Hier hat man im Vergleich zu Episode 7 nicht nur in der Vergangenheit geschwelgt, sondern versucht eine neue Stimmung zu erzeugen und das ist definitiv gelungen. Der Film läuft noch, also rein mit euch!

Fabians Top 3: Ein bunter Strauß aus Erfolg und Scheitern

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© MDR/Anke Neugebauer

Der Mord des Jahres: Taxi nach Leipzig

Ja, das muss jetzt einfach sein. Eine Jahresrückschau, ohne Tatort oder Polizeiruf – das ist nicht möglich für mich. Als City Of Cinema-MordundTotschlag-Beauftragter komme ich eben nicht drum herum. Es gab stilsichere Ausgaben, es gab die endgültige Wachablösung im krimikomödiantischen Bereich, es gab gelungene Abschiedstourneen, es gab überragende Jubiläen. Ja, man kann sagen: In 2016 war vielleicht nicht alles gut, aber zumindest auf den Sonntagskrimi konnte man sich eigentlich verlassen. Doch was war nun der alles überstrahlende Fall des Jahres? Na gut, zugegeben, die Wahl fällt leicht und schnell – und zwar auf keinen normalen Fall. Am 13.11. lief sie, die 1000. Folge des Tatorts. Hannover meets Kiel – in Leipzig und im Taxi, „Taxi nach Leipzig“ hieß sie, in Anlehnung an den allerersten Tatort aus dem Jahre 1970, mit Florian Bartholomäi in der Hauptrolle als Freak vor dem Herrn. Ker, Kinners, es fiel mir damals schon schwer, angemessene Worte zu finden. Auch heute. Das war einfach ein starkes Teil. Ein würdiger Jubiläumsfall, den man tatsächlich gesehen haben sollte.(ich füttere dafür gerne jedes Phrasenschwein) Mindestens einmal.

Die Sternstunde des Jahres: Terror – Ihr Urteil

Wohl kaum eine Serie oder ein Film hat in der jüngeren Vergangenheit solche Reaktionen hervorgerufen wie der Streifen, den die ARD am 17. Oktober auf die Mattscheibe brachte. Zur besten Sendezeit lauschte der Zuschauer dort einer Gerichtsverhandlung. „Terror – Ihr Urteil“; die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgs-Theaterstücks von Ferdinand von Schirach von Lars Kraume. Dort geht’s um einen Piloten, der ein Flugzeug abschoss, das in der Allianz Arena abstürzen sollte, weil es von Terroristen entführt wurde. Mit an Bord unzählige Zivilisten, die Weisung von oben lautete: Nicht abschießen. Lars Koch tat es trotzdem. Die Zuschauer entschieden, ob man ihn schuldig sprechen müsse oder eben nicht. Diskussionen entbrannten: Darf Fernsehen sowas? Den gemeinen Pöbel zum Richter hochjazzen? Man darf. Man sollte sogar. Man muss es einfach. Kraume ist ein Werk gelungen, das seinesgleichen sucht. Hier wird geredet, es gibt Monologe zuhauf – mit so viel Inhalt, mit so wenig Langeweile, mit so wenig Kamera-Schnickschnack, das es einen echt überrascht. Hier steht der Inhalt über dem Rest. Ein Kammerspiel. Was man davon halten mag, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Schuldig oder nicht schuldig, ist hier gar nicht die Frage. Sondern eher die Erkenntnis: In solchen Fällen gibt’s keine Schuldigen, da leidet jeder. Brutal, aber wahr – und wirklich verdammt wichtig.

Liebe, Lust und Leidenschaft des Jahres: „Love me like you do“ & „Zipper

So, Freunde, Nieten gab’s in meinem bescheidenen Jahr auch. Keine Frage. Mehr als genug. Ich bin der, der sich denkt: Das Leben ist zu kurz für gute Filme. Und daher alles schaut, was sonst vermutlich niemand schauen will. Zwei Streifen sind mir in diesem Jahr dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Einmal „Love me like you do“: Mein Fazit damals im Mai war eindeutig. „Klappt ja besser als bei Parship“ – ja, Dating-Tipps für Fortgeschrittene, das umschreibt dieses Etwas durchaus. Genau mein Fachbgebiet. Und dann wäre da noch „Zipper“. Ein Bewegtbild über einen Mann mit einem Textilien-Problemchen. Sein Reißverschluss? Der öffnet sich ständig wie von Geisterhand. Potzblitz, was trifft es ihn schwer: Patrick Wilsons Charakter ist dauergeil. Und das ist jetzt nichtmal untertrieben. Dazu noch eine Prise „House of Cards“ für Arme und fertig ist die Laube. Beide Streifen haben ihr nicht nur ihr Haupt-Thema (mehr oder weniger) gemeinsam, sondern auch die Quintessenz: Beim ersten Mal Zuschauen tut’s halt echt manchmal auch weh.

In diesem Sinne wünschen wir euch hier einen guten Rutsch ins neue Jahr und blicken gespannt au das Filmjahr 2017!

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