The Founder – Das Fast Food Imperium schlägt zurück

Michael Keaton in The Founder

„Verträge sind wie Herzen – dafür gemacht, gebrochen zu werden.“

Rumms. Dieser Spruch sitzt. Er sitzt sogar so tief, dass er Ray Kroc, die Quelle des Zitats, innerhalb kürzester Zeit zum Multimillionär macht. Denn Ray Kroc ist ein Mann, der andere Menschen manipuliert, bis er sie dort hat, wo er sie haben möchte. Er ist eloquent, zielstrebig und verbeißt sich in seine Opfer wie ein Terrier. Wer einmal in sein Blickfeld gerät, wird entweder in den geschäftlichen Adelsstand gehoben oder vernichtet, bis er nicht mehr existiert. Genauso, wie das Unternehmen McDonalds, dessen Gründerkonzept inzwischen nichts mehr ist als bloße Augenwischerei.

The Founder erzählt die Gründungsgeschichte des berühmtesten Fast-Food-Restaurants der Welt. Ray Kroc stößt in der amerikanischen Provinz auf eine Goldgrube. Die Gebrüder McDonalds haben ein System entwickelt, das es ihnen ermöglicht, innerhalb von 30 Sekunden eine Bestellung aufzunehmen und auszugeben. Das alles mithilfe qualitativ hochwertiger Rohstoffe, in sauberen Restaurants, lokal produziert, im Einklang mit den Bauern und Dienstleistern. Dafür stehen die Brüder mit ihrem Namen und sind stolz darauf. Kroc, fantastisch gespielt von Michael Keaton (Spotlight), sieht das Potential hinter dem geschwungenen M, er sieht das Geld.

Nick Offerman in The Founder
Regisseur John Lee Hancock (Saving Mr. Banks) inszeniert The Founder äußerst gemächlich. Er verzichtet weitestgehend auf dramaturgische Spitzen und lässt seine Darsteller durch Dialoge Spannung entfalten. Das funktioniert nicht immer, denn The Founder“ dümpelt allzu oft gemächlich vor sich hin. Trotzdem entfaltet der Film eine gewisse Sogwirkung, denn den Aufstieg eines Typs der Marke Kroc zu beobachten, ist schlicht und ergreifend interessant. Es macht betroffen, zu sehen, wie sehr er das Konzept der Gründer aushöhlt, bis nichts mehr übrig bleibt außer Profit und schnelles Essen.

The Founder – Fazit

Michael Keaton als The FounderIn Zeiten von steigendem Bewusstsein für Essen und deren Produktion trifft The Founder den Zeitgeist. McDonalds steht seit Jahren in der Kritik, schlechte Qualität in Kauf zu nehmen, um seine Produkte billig anzubieten. Dass sich die zwei schwer vereinbaren Posten Qualität und Preis in den 50ern die Waagschale gehalten haben, ist kaum zu glauben. Da mutet der 1955er Burger heute an wie blanker Hohn. Mag The Founder filmisch eher unaufgeregt und konventionell erscheinen, so ist sein Inhalt, die Ausstattung als auch die Darsteller mehr als nur einen Blick wert.

Titel: The Founder
Laufzeit: 115 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama
Autor: Robert D. Siegel
Regisseur: John Lee Hancock
Darsteller: Michael Keaton, Nick Offerman, Laura Dern, Patrick Wilson

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