Shut In: Naomi Watts tut einem leid

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Gefesselt und geknebelt – Naomi Watts in „Shut In“. Angst? Ja, so ein bisschen. Mitleid? Sehr viel. Aber nicht wegen der Badewanne…

Puuuuuh. Da gibst du dir die größte Mühe, um ordentlich abzuliefern und deinen Job einwandfrei zu erledigen – und du steckst fest in einem chaotischen, total blöden und irgendwie völlig unglaubwürdigen Irgendwas. Naomi Watts kann was, „Shut In“ dagegen kaum etwas. Und zäh ist er obendrein.

Es ist schon erstaunlich. Das Skript von Christina Hodson stand seinerzeit mal auf der Black List Hollywoods. Soll heißen: Das Buch ist so vielversprechend, das aus ihm mal ein Blockbuster enstehen könnte. Das sollte eigentlich für den Film sprechen. Bei „Shut In“ (Regie: Farren Blackburn) kratzt man sich jedoch häufig nachdenklich am Kopf. Das soll ein heißer Blockbuster-Scheiß sein? Seriously?

Auch wenn Watts sich hier den Allerwertesten aufreißt und ihre Darstellung der Kinderpsychologin Mary durchaus einen Daumen nach oben verdient, verdient der Plot gleich mehrfach Daumen nach unten. Mary hatte mal einen Mann, der ist gestorben, bei einem Autounfall. Dabei verlor sie auch ihren Sohn Stephen (auch okay: Charlie Heaton). Also quasi.

Lange Zeit geschieht nichts bis gar nichts…

Denn der ist seit dem Unfall querschnittsgelähmt und spricht kein Wort. Mary kümmert sich um ihn, selbst noch hart belastet und in ihrer Arbeit auch dezent überlastet, kommt aber irgendwie überhaupt nicht mit seinem Schicksal klar. Irgendwann ist sie kurz davor, ihn abzugeben und sich wieder auf ihr eigenes Leben zu konzentrieren. Auch dem tauben Waise Tom (Jacob Tremblay) nimmt sie sich an. Doch auch der soll abgeschoben werden.

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Mary (Naomi Watts) und Tom (Tremblay). Noch ist alles gut…

Joar, lange Zeit passiert in Blackburns Film gar nicht so viel. Hier die Arbeit, hier die Arbeit mit Tom, da die Arbeit mit Stephen. Wir sehen der Hauptprotagonistin bei ihrer Arbeit zu, interessant ist das bedingt. Dann ist Tom weg, eigentlich. Kommt aber mitten in der Nacht zurück, liegt urplötzlich in Marys Karre. Sie dachte an Einbrecher. Und dann geschehen seltsame Dinge, denn ehe sie sich versieht, ist Tom schon wieder verschwunden. Anschließend geht der Wahnsinn los…

Ein Wahnsinn, bei dem viel passiert. Mächtig viele Jump Scares setzt der Regisseur ein. Mary erlebt oft krudes Zeug, um kurz darauf wieder aufzuwachen. Haha, Traumsequenzen. Zack, veräppelt. Das geht dann munter so weiter, wenn man bis dato mitgehalten hat, dann ist „Shut In“ immerhin ein passabler Schocker. Jedenfalls dann, wenn man keine Ambitionen hat.

Und dann kommt der große Twist…

Aber – das muss wohl der Grund für die Black List sein… – dann kommt der große Twist!!!!! Und dann wird’s plötzlich arg blöd. Viel verraten sollte man nicht darüber nicht, viel lesen auch keinesfalls im Vorfeld der Sichtung. Nur soviel sei verraten: Hat sich Mary eigentlich (zu) oft (zu) unglaubwürdig verhalten, verhält sie (sich) noch unglaubwürdiger und aus dem langweiligen Streifen wird jetzt ein völlig aus der Märchenecke herbei gezauberter.

Die Willkür herrscht, der Wahnsinn auch. Da können Watts und Co sich auch noch so anstrengen: Jetzt ist der Film verloren. Weil sich das Buch und der Regisseur wohl dachten: Hey, Freunde, ihr könnt uns mal kreuzweise. Wir machen uns die Welt, widdewidde wie sie uns gefällt.

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BEWERTUNG: 03/10
Titel: Shut In
FSK: ab 16 freigegeben
Erscheinungsjahr: 2016, jetzt auf Blu-Ray, DVD etc. erhältlich
Genre: Drama, Thriller, Horror
Laufzeit: 91 Minuten
Regisseur: Farren Blackburn
Darsteller: Naomi Watts, Jacob Tremblay, Charlie Heaton uvm.

Bilder: Universum Film

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