Planet der Affen Survival – Evolution der Affen

Planet der Affen Survival mit einigen Affen, unter anderem Andy Serkis
Die Hollywood-Zerstörungsmaschine rumpelt durch den Kinosommer. Sie walzt nieder, was nicht bei drei auf den CGI-Bäumen ist, zwischen Transformers und Konsorten ist kein Platz. Nun, so ganz stimmt das nicht. Mit Planet der Affen – Survival schickt sich Regisseur Matt Reeves an, das Feld neu aufzurollen. Kein Actionbombast, keine CGI-Pixelmanie – stattdessen: Charaktergetriebene Story, Tiefgang, Anspruch. Und all das in einem modernen Blockbuster?

Teil drei führt die Reihe konsequent zu ihrem Ende. Die Affen haben sich eine Parallelgesellschaft aufgebaut, die Überbleibsel der Menschen versuchen zu retten, was zu retten ist. Die Postapokalypse hat sich der Welt bemächtigt, sie ist trist und grau, nur durchbrochen durch das Grün der Wälder. Die Natur nimmt sich, was ihres ist und der Mensch hat das Nachsehen. So kommt der brüchige Frieden zwischen Mensch und Affe zu einem abrupten Ende, denn der Mensch kann sich seiner Selbst nicht erwehren.

Regisseur Reeves konzentriert sich in all dem Drama nicht auf Actionversatzstücke. Viel lieber lotet er seine Figuren aus und schafft es, selbst kleine Nebencharaktere lebendig wirken zu lassen. Das ist insofern bemerkenswert, da Planet der Affen – Survival zumeist Affen in den Mittelpunkt stellt. Anführer Caesar – grandios dargestellt(!) von Andy Serkis (Planet der Affen – Revolution) – versucht, seine Affen in ein neues Zeitalter zu führen, seine Mitstreiter unterstützen ihn soweit es geht. Auf der anderen Seite beherrscht Woody Harrelson (Die Tribute von Panem – Catching Fire) als Colonel das Geschehen, der als Antagonist im Shakespearschen Sinne vor Ambivalenzen sprüht. Natürlich ist er hassenswert, doch gibt ihm das Drehbuch Motivation für seine Taten. Am Ende des Tages ist der Colonel immer noch ein Arschloch, aber eines, das man als Zuschauer eher bemitleiden muss, anstatt ihn als 08/15 Bösewicht abzutun.

Woody Harrelson in Planet der Affen Survival
©20th Century Fox

Technisch ist „Planet der Affen – Survival“ wieder ein Sprung nach vorne. Sets und Motion Capture-Verfahren verschmelzen zu einer Einheit, wie man es nie zuvor auf der Leinwand gesehen hat. Reeves nutzt diese Tatsache, um den Zuschauer tiefer und tiefer in das Innenleben der Affen zu führen. Emotionen werden großgeschrieben in diesem Film, der mehr Kriegsdrama als Kriegsfilm ist. Der Originaltitel „War for the Planet oft he Apes“ ist irreführend, denn die Kriegshandlungen werden kaum gezeigt.

Reeves hat kein Interesse an großen Actionszenen der Marke Transformers. Selbst im Finale konzentriert sich das Geschehen – während Armeen aufeinanderprallen – auf Caesar und seine persönliche Geschichte. Dadurch wirken die rar gesäten, aber druckvoll inszenierten Actionanteile noch besser. Gepaart wird das mit wunderbar ausgearbeiteter Metaphorik, die biblische Anteile ebenso vermischt wie Gedanken zum Fortgang des Menschen und dem gegenseitigen Miteinander.

Planet der Affen Survival – Fazit

Planet der Affen Survival Kinoplakat
©20th Century Fox
Planet der Affen – Survival ist ein Blockbuster, der die Relevanz wieder ins Kino zurückbringt, der etwas wagt und nur gewinnt. Er ist nicht groß im Sinne von Explosionen en masse, sondern durch die Emotionen, die er im Zuschauer wachrüttelt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet ein Film über Affen zutiefst menschlich daherkommt und berührt ohne es auf Teufel komm raus darauf anzulegen. Erst hinterher merkt man, wie lange es her ist, seit ein Hollywoodfilm wirklich aus der Masse herausstach. Dieser hier ist so einer.

Titel: Planet der Affen – Survival
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 142 Minuten
Autoren: Matt Reeves, Mark Bomback, Rick Jaffa
Regisseur: Matt Reeves
Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Amiah Harris, Steve Zahn, Toby Kebbell, Judy Greer

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