„Operation Avalanche“: Der Mond ist tot.

Operation Avalanche Foto
Mond oder nicht Mond? Jetzt im Handel.

Es gibt nur wenige Momente, an die wir uns zurückerinnern können. An unser erstes Mal vielleicht, möglicherweise auch an die Heirat des Bruders, ganz sicher vermutlich an die Geburt der eigenen Tochter. Aber es gibt auch diese Ereignisse, an die wir uns erinnern. Wo warst du, als…

… als die Türme in sich zusammenbrachen? Oder als der Tsunami Thailand überrollte? Als die Mauer fiel? Auch die Mondlandung gehört definitiv zu diesen Momenten in der Geschichte. Jeder, der sie damals mitbekam, wird heute noch wissen, wo er damals war, als Neil Armstrong den riesigen Sprung für die Menschheit verkündete. Doch: War er wirklich damals auf dem Mond? Viele Gerüchte kamen seitdem ins Rollen, viele Verschwörungstheorien wurden aufgestellt. Der Mond? Neee, der ist tot. Das wusste nicht nur Deichkind. (tolles Lied übrigens)

Genau hier drüber handelt „Operation Avalanche“ von Matt Johnson. Ein Thriller im dokumentarisch angehauchten Stil, optisch so aufgezogen wie wirklich in den 60ern spielend. Das Bild kriselt, das kann authentisch wirken – in Johnsons Streifen wirkt das jedoch mitunter ziemlich nervtötend anstrengend. Und auch die Story ist so spannend wie drei Jahre Geschichtsunterricht – auf Latein.

Operation Avalanche Szene

Matt Johnson spielt sich selbst genauso wie Owen Williams. Zwei Filmfreaks, die bei der CIA ihre Brötchen verdienen, in die Nase eingeschleust werden und mitbekommen, dass die Mondlandung gar nicht bewerkstelligt werden kann. Eigentlich sollten sie nur einen russischen Saboteur in der NASA enttarnen, jetzt sollen sie die Mondlandung faken. Unter dem Deckmantel eines zu drehenden Dokufilms drehen sie bald also die Mondlandung. Klingt absurd und abenteuerlich? Ja. Klingt aber auch so, als sei da durchaus Potenzial vorhanden, doch das wird nie ausgespielt.

Wie sangen Deichkind damals? „Er ist kalt, auch wenn er strahlt. Es gibt kein Leben auf dem Mond. Völlig leer und unbewohnt.“ Recht hatten sie. Ob sie Johnsons Film wohl schon vorhergesagt haben? Wer weiß. Denn dieses Fazit trifft auch auf „Operation Avalanche“ zu. Idee: Hui. Ausführung: Pfui. Dieses möchtegern-Authenzitäts-Stück endet in einem desaströs langweilenden Bewegtbild, das man wohl mögen muss – oder es eben absolut nicht mögen kann. Gut gespielt ist hier nichts, mitreißend wird’s nie, die Schicksale der Protagonisten berühren nicht im Geringsten. Das ist ein großes Meh, wie eine Kaffeefahrt nach Wanne-Eickel und weniger wie eine Reise zum Mond.

Fazit

Operation Avalanche Poster

Auch wenn das Schlussdrittel durchaus nochmal Schwung aufnimmt und das Tempo anzieht, bleibt einem Johnsons Streifen wohl eher nicht so im Gedächtnis. „Wo warst du, als Matt Johnson…“ wird es nie heißen – und wer sich doch erinnern kann, der wird wissen, was er getan hat: Geschlafen. Tief und fest. Alternativ hat er aber auch etwas für die Zeugungsquote getan. Dazu wäre während der anderthalb Stunden durchaus Zeit genug gewesen.

BEWERTUNG: 4/10
Titel:Operation Avalanche
Erhältlich als: DVD, BluRay, VoD
Genre: Thriller
Regisseur: Matt Johnson
FSK: u.a. Matt Johnson
 
Bilder: Ascot Elite
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