Nerve – Watcher oder Player?

Nerve mit Dave Franco
Wir erinnern uns an die frühe Jugend. Man schmuggelte irgendwie Bier auf die Party und fühlte sich für einen Moment doch schon sehr erwachsen und weltmännisch. Dann wurde die erste Flasche in die Mitte der Runde gelegt und es hieß: „Wahrheit oder Pflicht?“. Heute würde man wohl eher von „Challenges“ sprechen. Was jedoch passiert, wenn ebenjene aus dem Ruder laufen, zeigt uns Nerve.

Vee ist das künstlerisch interessierte Mädchen aus der High-School. Sie hat ein Auge auf den Quarterback der Football Mannschaft geworfen und übersieht dabei ihren heillos in sie verliebten besten Freund. Sie würde gerne in eine Uni weit weg von Zuhause, bringt es jedoch nicht übers Herz es ihrer Mutter zu sagen. So weit, so stereotyp. Eine App treibt sie jedoch aus ihrer Mauerblümchenrolle heraus: Nerve. Hier hat man die Wahl vor laufender Kamera für Geld bestimmte Aufgaben zu erledigen, oder für einen Betrag Voyeur zu spielen. Watcher oder Player eben. Sie entschließt sich aktiv zu werden, muss jedoch schnell feststellen, dass dieses „Spiel“ zu viel für sie sein könnte.

Nerve mit Emma Roberts
©Studiocanal

Nerve – Player bist du bereit?

Der Handlungsablauf ist dabei vielleicht noch recht abgegriffen, die eigentliche Handlung weiß jedoch zu überzeugen. Spannend inszeniert wird Vee immer weiter in dieses Spiel hineingezogen und liefert sich einer mächtigen, gesichtslosen Community aus. Sowohl Emma Roberts, als auch Dave Franco (Bad Neighbors) leisten gute Arbeit und führen als Protagonisten unterhaltsam durch den Film. Der ist kurzweilig und verbindet die virtuelle Welt gelungen mit der realen. Auch der Soundtrack ist gelungen und passt sich den Handlungsorten gut an. Lediglich das zwar sinnig implementierte, jedoch unsagbar Stereotype Teenie Drama ermüdet ein bisschen. Man legt den Fokus aber auch nur selten auf diesen Teil der Handlung.

Nerve – Fazit

Nerve PosterNerve ist ein spannendes Teenie Abenteuer, dass intelligent die Entwicklungen des Internets aufgreift und diese gelungen abstrahiert. Man bedient sich hier einer nicht ganz unrealistischen Thematik und weckt damit das Interesse der Zuschauer. Was passiert, wenn Challenges außer Kontrolle geraten? Wer ist Opfer und wer Täter? Trotzdem ist der Film seicht genug und unterhält gekonnt, ohne tiefe Sinnfragen aufzuwerfen. Ein sehenswerter Thriller mit wenigen Momenten zum vergessen.

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