„Mütter & Töchter“: Negative Vibrations

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Naaaa? Lust, anszustoßen? Geht jetzt im Heimkino…

Ach, herrje. WAS IST DAS DENN? Wenn du noch auf der Suche bist nach einem Weihnachtsgeschenk für die Mutter, Tochter, Schwiegermutter, Uroma, Enkelin, beste Freundin, verhasste Nachbarin oder für die Vermieterin, bei der du schon seit drei Monaten im Hintertreffen bist bei der Miet-Überweisung – ja, dann schenke denen doch diesen netten Streifen. „Mütter & Töchter“. Ein Film von zwei Männern über Frauen. Besser gesagt über Frauen und ihre Töchter. Wie um alles in der Welt Nigel Levy und Paul Duddridge das hier inszenieren konnten, das weiß ich beim besten Willen nicht.

Was ich nur weiß: Das ist ein Film für Frauen. Und nicht für Männer. Und absolut kein aushaltbarer Film. Na ja, irgendwie dann doch schon. Das tut nicht mal weh. Das ist ein absolutes nichts, das einfach nur dazu da ist, um irgendwelche Frauen darzustellen, die alle ihre Probleme haben. Und der geneigte Zuschauer soll vermutlich mitfühlen, mitleiden und mitfiebern. Tja. Er soll.

Kommen wir zum Eingemachten. Worum geht es in diesem glitzerpinken Streifchen? Es geht um Rigby (Selma Blair). Und die ist Fotografin. Tourt mit Rockstar Quinn (Luke Mitchell) durch die Weltgeschichte. Und sie ist dabei, Karriere zu machen. Doch dann kommt ihr (ungeborenes) Leben dazwischen. Rigby ist schwanger. Aiaiaiaiaiaia. Das ist gar nicht gut für die Karriere. Doch nun schwenkt Rigby um. Aus der ambitionierten Musiker-Fotografin wird eine Mutter-Tochter-Fotografin. Und sie trifft auf weitere Frauen-Töchter-Gespanne. Fertigmachen zum großen X-Chromoson-Festival!

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„Hey, geh doch mal an dein Handy ran, das klingeeelt!“ „Ja ja…“

Die eine Tochter ist adoptiert, skypt bloß mit ihrer Adoptiv-Mutter, die wiederum eine scheinbar angesehene Designerin zu sein scheint, sucht aber gleichzeitig ihre richtige Mutter. Die ist auch eine der Hauptprotagonistinnen. Und auch sie ist gerade dabei, berühmt zu werden. Mit BH’s. Dazu wird sie vom Fernsehen interviewt und gehypt. Weniger gehypt ist die nächste junge Dame, die mit ihrer Mutter schon lange nichts mehr zu tun hat und gemeinsam mit ihrem Freund nahe an der Privatinsolvenz herumkrebst. Dann gibt’s noch meine Lieblings-Geschichte: Eine Mutter, deren Mutter gestorben ist, und die jetzt verzweifelt versucht, ihre Tochter zu erreichen, weil die Tochter, also ihre leibliche, glaubt, dass die dahin geschiedene eigentlich ihre Mutter war und nicht ihre Oma. Und jetzt kommt das ‚Deine Mutter bin ich eigentlich und nicht die Tote, ich bin daher gar nicht deine Tante‘-Geheimnis an die Oberfläche. Drama vorprogrammiert. Noch Fragen? Gerne – aber bitte nicht an mich.

Wer hier wie heißt, ist völlig egal. Zwar kann das Ensemble durchaus was – Courteney Cox, Christina Ricci, Sharon Stone („Casino„), Susan Sarandon, Selma Blair („Anger Management„) u.a. -, aber die können hier gar nichts retten. Denn die Frauen in diesem Film sind größtenteils welche aus dem oberen Kreis der Gehaltsskala. Und alle Frauen haben hier ihre Problemchen. Mit Männern. Oder mit sich selbst. Mit der Vergangenheit. Aber in jedem Fall mit ihren liebsten. Wie sowas ausgeht? Wie die Problemchen weiter gehen? Jaaaaaa, rätselt doch mal. Zuckerwatte-Gespräche – größtenteils via Skype oder facetime, wir sind ja im Jahr 2016 – und anderes belangloses Zeug reiht sich hier ans nächste. Wo die „New York Times“ hier ‚tiefempfundene Gespräche‘ sieht, auch das bleibt mir ein Rätsel. Hier sollen sich einfach alle schlussendlich lieb haben. Uiuiuiuiuiuiui.

Fazit

Genauso, wie mit Levy und Duddridge tatsächlich zwei Männer sowas in Szene setzen konnten. „Mütter & Töchter“ ist 92-minütige Folter. Zu zahm und langweilig, um sie zu hassen, aber auch irgendwie zu nervtötend, um es dann doch als durchschnittlich zu befinden.„I wanna be a girl just 4 a day“ sang damals „Die Band ohne Namen“: Wieso sagt sie dies, wieso macht sie das?‘ Nach diesem Film bin ich zumindest in dieser Hinsicht auch kein bisschen schlauer als vorher. Das Lied finde ich übrigens trotzdem schön. Aber das ist mal wieder eine andere Geschichte. Das hier sind einfach negative Vibrations.

mütter & töchterBEWERTUNG: 2,5/10
Titel: Mütter & Töchter
FSK: ab 6 freigegeben
Laufzeit: 92 Minuten
Genre: Drama
Erscheinungsjahr: 2016
Autor: Paul Duddridge, Paige Cameron
Regisseur: Paul Duddridge, Nigel Levy
Darsteller: u.a. Selma Blair, Courteney Cox, Christina Ricci, Susan Sarandon, Sharon Stone
Fotos: Ascot Elite Home Entertainment
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