Mit dem Herz durch die Wand – Endlich eine französische Liebeskomödie

Mit dem Herz durch die Wand Szene
Das Genre des Liebesfilms hat es nicht leicht. Seien es sexistische vorbehalte seitens männlicher Zuschauer, oder die schiere Masse an wenig inspirierten Liebesfilmen, das Genre hat es schwer. Nun möchte das französische Kino uns wieder einmal im Heimkino das Herz erwärmen und schickt dafür Mit dem Kopf durch die Wand ins Rennen.

Die Handlung ist dabei zu Beginn noch innovativ und erscheint liebevoll. In Paris, wo auch sonst, zieht eine junge Dame in ihre neue Wohnung ein. Was sie jedoch beim Einzug nicht weiß ist, dass die Wände zur Nachbarwohnung praktisch Esspapierdünn sind. Jedes kleinste Geräusch hört die Frau von ihrem etwas kauzigen Nachbarn, der nichts lieber will als seine Ruhe zu haben. Doch die beiden beginnen sich schnell zu arrangieren und entdecken, dass das Gegenüber vielleicht mehr sein kann als eine ungewollte Lärmbelästigung.

Mit dem Herz durch die Wand Film
©Pandastorm

Mit dem Kopf durch die Wand – Wenn Wut stärker wird als die Liebe

Die Geschichte ist schon auf dem Papier ungemein kitschig. Das muss nichts schlechtes sein, wenn doch nur die anderen Faktoren dementsprechend positiv zu bewerten wären. Dies ist jedoch leider nicht im Ansatz der Fall. Die Protagonisten schaffen es nicht auch nur die geringste Sympathie zu erzeugen. Das liegt nicht am soliden Schauspiel des Ensembles, sondern an der himmelschreienden Eindimensionalität der Charaktere. Auch die Kameraarbeit macht vor Plattitüden keinen Halt und man bekommt mit seichter Musik unterlegte Einstellungen die allenfalls Wut beim Rezipienten auslösen. Man bediente sich hier jedes vorstellbaren Klischees. Selbst das Öffnen der Haare als Zeichen emotionaler Losgelöstheit wird dermaßen zelebriert, dass man glauben könnte eine Satire auf den Liebesfilm zu sehen. Doch falsch gedacht. Der Film behandelt sich selbst mit einer Ernsthaftigkeit, dass man ihm schon nach kurzer Zeit nichts mehr verzeihen will

Fazit – Die Liebe sollte man lieber woanders suchen

Mit dem Herz durch die Wand PlakatMit dem Kopf durch die Wand ist leider als Gesamtwerk höchstens Durschnitt. Der Verzicht auf sympathische Charaktere und authentische Dialoge erzeugt, in Zusammenarbeit mit der Inszenierung, mehr Wut als Romantik. Wer einen Film sucht, der zwar ans Herz geht, jedoch seicht und angenehm bleibt, ist da bei Caroline Herfurths SMS für dich (Erscheinungsdatum 02.03.17) weit besser aufgehoben.

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