Lommbock – Vom Polenfluch und dem Erwachsen werden

Moritz Bleibtreu in Lommbock
Deutsche Komödien sind ein schwieriges Feld. Oft handelt es sich um primitive Teeniekomödien oder die filmische Verwirklichung populärer Stand-Up Comedians. Ist beides nicht der Fall spielt meistens Elias M’Barek mit. In Lommbock unterhalten uns jedoch Lukas Gregorowicz und Moritz Bleibtreu (Stereo) in ihren Rollen als Stefan und Kai. Damit führen sie die Geschichte von Lammbock weiter, die 2001 bereits zum Kultfilm avancierte.

Stefan verließ 2001 Deutschland um eine Strandbar in der Karibik zu eröffnen. 15 Jahre später scheint dieses Ziel nur so halb erreicht. Eine Strandbar lässt er zwar gerade bauen, sie entsteht jedoch auf dem Dach eines Hochhauses in Dubai. Gras ist hier aufs Schärfste verboten und so experimentiert er mit verschiedenen Aromatabaks herum um wenigstens den Geschmack von Marihuana zu reproduzieren. Für die bald anstehende Hochzeit fehlt ihm jedoch noch seine Geburtsurkunde und so fliegt Stefan zurück nach Würzburg und trifft seinen alten Freund Kai wieder. Dieser und auch Würzburg selbst haben keine großen Entwicklungsschritte gemacht und so beginnt das Chaos um Kai, Stefan, Schöngeist und Jenny schon schnell aufs Neue.

Lommbock – Alte Geschichten klassisch erzählt

Wirkliche Entwicklungssprünge bleiben sowohl bei den Figuren als auch beim Film selbst aus. Selbst der Lieferservice der dem Drogenhandel diente, hat lediglich einen Vokal verändert. Aus Lammbock wird Lommbock. Keine Pizza Gourmet mehr, sondern asiatische Küche. Das ist jetzt modern.

Darsteller aus Lommbock
Das Ausbleiben großer Veränderungen ist jedoch nicht weiter schlimm, denn die Figuren leben nicht von ihrer charakterlichen Tiefe sondern von ihren starken Dialogen und dem guten Schauspiel. Das Antoine Monot Jr. (Lerchenberg Staffel 2) Und Wotan Wilke Möhring (Tatort: Zorn Gottes) dauerkiffend in einem VW-Bus sitzen ist für die Karriere der beiden zwar eine Besinnung auf ihre Wurzeln, aber auch erfrischend unkonventionell. Man hat das Gefühl, das es für die Darsteller ein Heimkommen ist. Heim nach Würzburg, in die überzeichneten Rollen der Vergangenheit. Der Spaß, den die Darsteller wohl beim Drehen hatten ist spürbar und Lommbock unterhält wie es bereits Lammbock getan hat. Auch die Inszenierung ist wieder eine Hommage an Quentin Tarantino (The Hateful Eight) und Kevin Smith und wagt dabei keine Experimente.

Lommbock – Fazit – Alles beim Alten

Lommbock Plakat
©Wild Bunch
Lommbock ist kein innovativer Film. Er wagt keine Experimente und mutet dem Zuschauer nicht viel zu. Dennoch unterhält Lommbock sehr gut und wird gerade Fans des ersten Teils mehr als glücklich machen. Das liegt an der Inszenierung und an den Darstellern, die mit Spaß bei der Arbeit waren und Humor abseits des deutschen Durchschnitts leifern. Eine Empfehlung für jeden, der wissen will wie der Polenfluch, Jenny und 10 Jahre Knast in einen Film passen.

Titel: Lommbock
Laufzeit: 106 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Autor/Regisseur: Christian Zübert
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Wotan Wilke Möhring, Lucas Gregorowicz, Louis Hofmann, Alexandra Neldel, Melanie Winiger, Antoine Monot Jr.

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