The Eyes of my Mother – Es fühlt sich großartig an

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Bild: Bildstörung, jetzt im Kino!

Francisca (Olivia Bond) ist ein Vollprofi, was Dates angeht. Sie hat eines mit einer netten Dame. Sie plaudern, fragen sich aus. Das Date fragt, was mit Franciscas Vater sei. Sie entgegnet unumwunden, sie habe ihn umgebracht. Nun: War keine all zu gute Idee, das Date hat nämlich dann urplötzlich doch kein Interesse mehr. Wie das wohl kommt. Blöd fürs Date, dass das jedoch stimmt, was Francisca gesagt hat. Welcome to the Horror House!

Nicolas Pesces Erstling ist ein ganz annehmbares Ding geworden. Düster, in schwarz-weiß gefilmt, viel gesprochen wird nicht, die Atmosphäre ist, sagen wir mal, sonderbar bis ausgefallen. Muss man sicher mögen, was der Musikvideo-Spezialist Pesce hier auf die Zuschauer loslässt. Zu erzählen hat er in seinen rund 76 Minuten einiges – und dann doch wieder kaum etwas.

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Bild: Bildstörung

Es geht um eben jene Francisca, die zusammen mit ihrer Mutter und dem Vater weit abgeschieden auf dem Lande haust, irgendwo in den Wäldern. Doch dann ist der Vater weg – nein, nicht nur mal kurz Kippen holen – und dann steht da ein Fremder vorm Haus. Er will nix verkaufen, sagt der Fremde, der sich als Charlie vorstellt. Er wolle nur aufs Klo. Mehr nicht. Und Charlie will bloß, dass Franciscas Mutter eine gute Gastgeberin ist und ihn aufs Klo lässt. Sie lässt ihn, widerwillig, aber Charlie darf. Wie Franciscas Date-Story keine wirklich gute, denn wenig später tötet Charlie Francis Mutter – und das Unheil nimmt seinen Lauf. Denn Franciscas Vater kommt heim – und sperrt den Eindringling und Mörder der Frau in die Scheune ein…

Man muss sich das reinziehen: Francisca kriegt mit, wie die eigene Mutter getötet wird. Und dann wird der Mörder in die Scheune eingesperrt, statt zur Polizei gebracht oder an Ort und Stelle einfach in bester Selbstjustiz-Manier hingerichtet. Und dann stirbt ihr Vater kurz darauf und sie hat keinen mehr – mal abgesehen von Charlie, dort in der Scheune. Himmel, hilf! Was zu tun ist? Sich mit dem Mörder der Mutter anfreunden, na klar. Tut Charlie. Er sei ihr „only friend“, wenig später steckt er sie sogar mit dem Töten an – weil es einfach „amazing“ sei. Nochmal: Himmel, hilf!

Pesce erzählt das Großwerden der doch im Kopf leicht etwas  verstörten Francisca in ruhigen Einstellungen, doch: Die verschiedenen Bluttaten, man sieht nichts davon. Stattdessen erzeugt Pesce Kopfkino allererster Güte. Man stellt sich ständig vor, wie es wohl ausgesehen hat, was da gerade geschildert oder angedeutet wurde. Das passt, das ist alles durchdacht, man merkt, hier wurde sich bei jeder Einstellung etwas gedacht. Das Problem ist halt: Man muss es mögen.

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Bild: Bildstörung

The Eyes of my Mother – Fazit

Wer mit „The Eyes of my Mother“ warmwird, der wird’s pornös finden; wer nicht, der eher nicht so. Man erinnert sich bloß an die alte Weisheit von Oma: Lass nie einen Fremden ins Haus. Das könnte dein Leben nachhaltig verstören…

Titel: The Eyes of My Mother
Laufzeit: 76Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Horror, Drama
Produktionsland: USA
Regisseur/Autor: Nicolas Pesce

 

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