Doctor Who der Film – Paul McGans große Stunde!

Paul McGan in Doctor Who
©Pandastorm

Kaum zu glauben, mit welchen Schwierigkeiten die Kultserie „Dr. Who“ in den 90ern zu kämpfen hatte. Der andauernde Erfolg seit den 60ern schien vorüber, so gut wie niemand bei der BBC glaubte an ein erfolgreiches Revival. Nur ein britisch-amerikanischer Produzent kämpfte unermüdlich weiter. Der Erfolg seiner sieben Jahre währenden Mühen: Dieser TV-Film.
Gemeinsam mit Fox produzierte BBC den Film, der als sogenannter Back-Door-Pilot fungieren sollte. Bei Erfolg sollte aus dem Projekt eine ganze Staffel werden, „Doctor Who“ stand also kurz vor seiner Rehabilitation. Heute wissen wir, dass es anders kam. Zwar sorgte der Doctor in Großbritannien für phantastische Quoten, in Übersee sah es jedoch ganz anders aus. So schnell das Interesse an einer weiteren Staffel „Doctor Who“ aufflammte, so zügig nahm Amerika wieder Abstand daran.

An dem neuen Doctor-Darsteller Paul McGan liegt es keinesfalls. Er verpasst seiner Interpretation eine wunderbar irrig-sympathische Note und nimmt vieles vorweg, was seine Nachfolger ab 2005 auszeichnen sollte. Sein Doctor ist gleichsam freundlich wie aufbrausend, konzentriert als auch leicht abgelenkt. Man kann sich nie sicher sein, wie er auf die ihm dargebotene Situation reagiert, was einen großen Reiz des Films ausmacht. Zusammen mit Neu-Companion Grace bzw. der Darstellerin Daphne Ashbrook stapft McGan durch das Weltuntergangsszenario und hat sichtlich Spaß dabei.

Es ist unheimlich schade, dass die Querelen hinter den Kulissen seine Darstellung ein wenig verwässern. Die amerikanischen Einflüsse wollen sich nicht in das Gesamtbild der Serie fügen. Um sich ballernde Gangster in Chinatown gehören ebenso wenig in das Whoniverse, wie Laserschwerter in Game of Thrones. Auch Eric Roberts in der Rolle des Masters fühlt sich zu sehr nach Zugeständnis an, anstatt Teil der ursprünglichen Vision zu sein.

Doctor Who – Der Film – Fazit

Doctor Who PosterTrotzdem versprüht „Doctor Who – Der Film“ die meiste Zeit das typische Flair der Serie. Dank höherem Budget wirkt die Produktion sogar hochwertiger! In seinen besten Momenten kombiniert der Film Elemente eines 90er Burtons mit dem Charme der Serie. Hier zeigt sich das enorme Potential hinter McGans Doctor und seiner aufgeweckten Begleiterin. Nicht alles mag funktionieren, aber in der Summe seiner Teile ist der TV-Film „Doctor Who“ durch und durch.

Wenigstens gab es für Paul McGan zum 50er Jahre Special eine kleine Wiedergutmachung, da Steven Moffat ihm einen Kurzfilm auf den Leib schrieb und die Lücke zwischen ihm und späteren Doctors füllte. Besonderes Lob verdient das Label PAndastorm, die sich bemühen, die Classics von „Doctor Who“ auch in Deutschland zugänglich zu machen. Die Fülle an Extras lässt andere Labels alt aussehen!

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