Die Verlegerin – Journalisten im Auge des Sturms

Die Verlegerin mit Carrie Coon, Tom Hanks
So abgedroschen es klingt: In Zeiten, in denen mit journalistischen Standards jongliert wird, wie man es sonst nur vom Zirkus kennt, tun Filme wie Die Verlegerin gut. Sie erinnern das Publikum daran, zu was Journalismus in der Lage ist, wenn er mutig und frei praktikziert wird. Denn nichts Anderes zeigt dieser Film. Ähnlich wie schon Spotlight inszeniert er die Journalisten als stille Helden, die ruhig und gefasst ihrer Arbeit nachgehen und aus dem Hintergrund heraus ein Auge auf die Obrigkeit werfen.

Steven Spielberg (The BFG) nimmt sich in seiner Regie angenehm zurück. Im Fokus stehen eindeutig das Ensemble sowie die ausgefeilten Dialoge. Meryl Streep (a href=“https://tribblewookie.de/marchenfiguren-werden-erwachsen-into-the-woods/“ target=“blank“>Into the Woods) überzeugt als Verlegerin Kay Graham, da sie ihr Spiel um wertvolle Nuancen bereichert. Ihre zunächst von Unsicherheit geplagte Figur ist das menschliche Zentrum des Films und damit eine verdiente Oscarnominierung. Erfrischend ist zudem Tom Hanks (Captain Phillips) in der Rolle des Redaktionsleiters Ben Bradlee. Hanks, sonst stets Everybody’s Darling, hat sichtlich Spaß dabei, zynische Pointen abzuschießen und trotzdem das Herz am rechten Fleck zu haben. Bis in die kleinsten Nebenrollen ist Die Verlegerin mit Carrie Coon (Gone Girl), Michael Stuhlbarg (Arrival), Bob Odenkirk (Nebraska) und weiteren hervorragend besetzt.

Meryl Streep in Die Verlegerin
©Universal Pictures

Auch hier drängt sich der Vergleich zu Spotlight wieder auf, denn das Ensemble ist die größte Stärke des Films. Die Wortgefechte ziehen in ihren Bann und lassen den Film als Teamleistung erhobenen Hauptes über die Ziellinie schreiten. Spielberg verlässt sich auf ein großartiges Drehbuch von Liz Hannah und John Singer und verzichtet auf Sentimentalitäten. Was zählt, ist die Story. Unnötiger Ballast wird gestrichen, wie ein unnötiges Adjektiv in einem Zeitungsartikel.

Die Verlegerin – Fazit

Die Verlegerin ist brisantes Kino zur richtigen Zeit, auch wenn er von manchem als liberales Propagandastück angesehen werden dürfte. Doch wer sowieso gerne „Lügenpresse“ kräht und Journalisten als Aussatz begreift, den werden die Errungenschaften des Journalismus so oder so nicht umstimmen können. Selbst dann nicht, wenn sie so unterhaltsam präsentiert werden wie hier.

Die Verlegerin Poster
@Universal Pictures

Titel: Die Verlegerin
FSK: ab 6 freigegeben
Laufzeit: 116 Minuten
Genre: Drama, Journalismus
Erscheinungsjahr: 2018
Autor: Liz Hannah, Josh Singer
Regisseur: Steven Spielberg
Darsteller: Meryl Streep, Tom Hanks, Carrie Coon, Michael Stuhlbarg, Bob Odenkirk, Sarah Paulson, Bruce Greenwood, Jesse Plemons, Alison Brie

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