„Die Unfassbaren 2“: Ein großes Nichts

Die Unfassbaren mit Daniel Radcliffe
Man kennt jeden dieser Bande. Bringt rein gar nichts.

Man nehme einen erfolgreich gelaufenen Vorgänger samt klangvoller Namen, eine abermals recht abstruse Story mit dem Hauch Magie, ein wenig knallige Action, ein bisschen Schabernack, rasante Schauplatz-Wechsel und et voilá: Herauskommt ein Blockbuster-Mist, der sich gewaschen hat, einmal durch den Kommerz suhlt und am Ende nach zwei Stunden endlich vorbei ist. „Die Unfassbaren 2“ ist so ein Fall von typischem Popcorn-Kino-Gedöns, der rein gar nichts an sich hat.

2013 legte Regisseur Louis Leterrier mit dem ersten Teil der Unfassbaren ein durchaus vergnügliches Stück Unterhaltungskino der Masse vor. Diese fraß den Braten, ließ die Kinokassen klingeln und machte damit logischerweise dem Nachfolger die Bahn frei. Der wurde nun allerdings von Jon M. Chu inszeniert, hat diesmal auch Daniel Radcliffe auf der Cast-Liste – und viele gewaltige Probleme.

Denn Chu raspelt hier ein vollkommen uncharmantes Story-Loch an das nächste ab, die Spannung des Plots über die wieder mal gejagten Reiter nudelt irgendwo zwischen Kinder-Zirkus und Kinder-Serie herum, oft fragt man sich gerade noch, was da eigentlich gerade wieso abgeht, um direkt in die Szene zu stolpern, bei der man sich wieder fragt, was das gerade soll. Ob die Drehbuchautoren – vier an der Zahl – hier überhaupt wissen, was sie sich so zusammengeschrieben haben, das bleibt ihr Geheimnis. Natürlich geht’s hier um Magie, da muss nicht alles einem Bestandstest von Sinnhaftigkeit und Logik überstehen, aber irgendwie wirkt so einiges dennoch mega unpassend.

Michael Caine in Die Unfassbaren 2
So wie immer drauf: Michael Caine

Die Darsteller rennen dann, vollkommen typisch für so ein 0815-Blockbuster-Menü, von einem Schauplatz zum nächsten. Cruisen durch die Welt, unsere Reiter (Woody Harrelson, Dave Franco, Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo und Neuzugang Lizzy Caplan) tricksen jeden Gegner irgendwann irgendwie aus, Radcliffe – gut, ich hasse ihn sowieso – kann nichts als Bösewicht, Michael Caine macht dasgleiche wie immer und Morgan Freeman ist halt alt geworden. Den bekannten Gesichtern auf der Mattscheibe bleibt hier kaum Zeit, ihren Figuren irgendwas mitzugeben. Lustig wird’s eigentlich nie, zu zerfahren ist der Schnitt, zu rasant die Darstellung. Es kracht, rummst, es wird irgendwas geklaut – und der Zauber des ersten Teils, wirklich verblüfft zu werden, und die daraus entstandene Frage nach dem „Wow! Wie haben die das denn getan?“ weicht einem „Och nö“. Und zwar einem ganz lauten.

Fazit

Die Unfassbaren 2 Poster
©Concorde Filmverleih

Zugegeben: Das hier unterhält dann doch irgendwie, tut nicht weh, ärgert auch nicht maßlos, aber es ist einfach direkt wieder vergessen. Das ganze Machwerk versprüht einfach keinen Esprit, entfacht kein leidenschaftliches Feuer beim Reinziehen. Das ist einfach einer von ganz, ganz vielen. Und davon kein besonders gut. Aber Hauptsache, die Kassen haben wieder geklingelt. Dann ist’s ja auch egal, dass „Die Unfassbaren 2“ tatsächlich unfassbar ist – unfassbar austauschbar und beliebig. Da habe ich lieber keinen Ass im Ärmel.

BEWERTUNG: 3,5/10
Titel: Die Unfassbaren 2 – Now you see me 2 (2015, jetzt auf DVD, BluRay & Co. erhältlich
FSK; ab 12
Laufzeit: 129 Minuten
Genre: Thriller, Drama, Komödie

Regisseur: Jon M. Chu
Darsteller: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Daniel Radcliffe, Morgan Freeman, Michael Caine u.v.m.

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