Die Schöne und das Biest – Auch real ganz und gar nicht biestig

Emma Watson in Die Schöne und das Biest
Der Mensch flüchtet sich gerne in Nostalgie. Früher war alles besser. Da schmeckte das Essen noch nach Natur und weniger nach Chemikalien, da verpesteten weniger Abgase die Luft oder benahm sich die Jugend der älteren Generation gegenüber respektvoller. Und die Filme, ja, die waren auf jeden Fall besser. Diese Einstellung ist es, mit deren Hilfe Disney gerade Rekordumsätze einfährt. Egal ob Star Wars oder Realverfilmungen bekannter Zeichentrickklassiker – der Konzern setzt voll auf den Nostalgiefaktor. Mit „Die Schöne und das Biest“ steht nach Cinderella die nächste Verfilmung an. Mit realen Darstellern, aber ganz in der Tradition alter Disneywerke.

Regisseur Bill Condon (Mr. Holmes) versteht es, den Geist des Originals zu wahren und an mancher Stelle Anpassungen vorzunehmen. Charaktere erhalten durch kluge Zusätze wesentlich mehr Tiefe und erscheinen weniger flach, als noch im Original. Das nutzen die Darsteller, die durch die Bank weg überzeugen. Emma Watson (Noah) ist es, die den Film tragen muss und sie tut das, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Sie ist die Idealbesetzung für die kluge, selbstbestimmte Belle, auch wenn es für heutige Zuschauer befremdlich wirkt, dass sie sich in ihren Entführer verliebt. Wenigstens führt der Film behutsam an diesen Punkt und versucht, wenigstens etwas Plausibilität hinein zu bringen.

Luke Evans und Josh Gad in Die Schöne und das Biest
©Disney

Der heimliche Star des Films ist jedoch Luke Evans (High Rise), der in der Rolle des Rüpels Gaston aufblüht. Mit Inbrunst singt und spielt er sich durch den Film und sorgt für einen Lacher nach dem anderen. Im Zusammenspiel mit Josh Gad (Olaf in Die Eiskönigin) als sein Gehilfe und heimlicher Verehrer sorgt er für die nötige Leichtigkeit im Märchenbombast. Interessanterweise aber sind es die animierten Figuren, die den meisten Verve verbreiten. Nicht umsonst sprechen Stars wie Ewan McGregor (Lachsfischen im Jemen), Ian McKellen (X-Men Days of Future Past) und Emma Thompson (Saving Mr. Banks) die ikonischen Teetassen, Uhren und Kerzenständer. O-Ton ist hier Pflicht.

„Die Schöne und das Biest“ krankt an anderer Stelle. Die CGI-Effekte können oftmals nicht mit der Opulenz der Sets und Kostüme mithalten. Gerade dem Biest ist der digitale Ursprung zu jederzeit anzusehen, was ein wenig aus der Szenerie reißt. Glücklicherweise bietet der Film an anderer Stelle umso mehr Schauwerte, als das dieser Makel schwer ins Gewicht fallen würde.

Die Schöne und das Biest – Fazit

Die Schöne und das Biest Poster„Die Schöne und das Biest“ ist eine werkgetreue Umsetzung des Originals, der der Geschichte an einigen Stellen interessante Elemente hinzufügt. Bis auf ein eher schwach animiertes Biest, weiß der Film von Bill Condon visuell zu jederzeit zu überzeugen. Die bekannten Songs werden von der Besetzung bravurös umgesetzt, sodass sich der Zuschauer gerne dem Märchenreigen hingibt. Disney ist weiterhin unaufhaltsam auf Siegeszug und solange der Stoff für Realverfilmungen nicht ausgeht, wird niemand sie stoppen können. Und das ist in absehbarer Zeit nicht der Fall.

Titel: Die Schöne und das Biest
FSK: ab 6 freigegeben
Laufzeit: 129 Minuten
Genre: Fantasy, Märchen
Autoren: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos
Regisseur: Bill Condon
Darsteller: Emma Watson, Luke Evans, Dan Stevens, Josh Gad, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci

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