Atomic Blonde – Der Ostblock in den buntesten Farben

Im Verhörraum mit John Goodman
© Universal Pictures International Germany GmbH

2015 riss uns Keanu Reeves Actionfilm John Wick aus dem langweiligen Effektgeballer, zu dem der Actionfilm in den letzten Jahren verkommen war. Anstatt großer Effekte und hektischer Schnitte, lieferte uns John Wick atemberaubende Kämpfe, die klar gefilmt wurden und dem Zuschauer damit jedes Detail offenbarten. Jetzt scheint mit Atomic Blonde ein Thriller in die Kinos zu kommen, der sich genau dieser Bildsprache bedient.
Das ist nicht weiter verwunderlich, da David Leitch auch an beiden John Wick Verfilmungen maßgeblich beteiligt war. Hier wagt er sich jedoch alleine an eine Comicadaption und betritt damit neues Terrain. Die Geschichte dreht sich um Lorraine Broughton, eine Agentin des MI-6, die im November 1989 wichtige Informationen aus Berlin schaffen muss. Der Feind: Die Russen und der unerkannte Doppelagent Satchel. Die Zeit ist knapp, denn die Mauer droht zu fallen und wenn der eiserne Vorhang fällt und die Liste nicht gesichert ist, kann das den dritten Weltkrieg auslösen. Inwiefern wird nicht genau erläutert, aber die Zeit eilt und es geht um die Rettung der Welt.

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Stilisierte Retrospektive

Schnell entfaltet sich eine verzweigte Agentengeschichte, deren Details man im Verlauf der Handlung durchaus mal verwechseln kann. Dennoch ist man am Ende nicht vollends verwirrt, wenn man ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit mitbringt. Abseits der fürchterlichen Schriftarten sind die visuellen Effekte fantastisch und man schafft es durch Beleuchtung und Inszenierung ein Gefühl für die Zeit zu entwickeln. Also nicht für die 80er als authentische Darstellung, sondern als überstilisierte Retrospektive. Die Musik tut sein übriges dabei uns die 80s in unserer schönsten Vorstellung zurückzubringen. Eine Actionszene zu Major Tom erscheint im Grunde absurd, in Atomic blonde funktioniert das aber ganz wunderbar. Hier gibt es nicht John Wick in abgespeckter Variante, sondern eine eigenständige Verfilmung die sich jedoch viele positive Faktoren mit ebenjenem Film teilt.

Fazit

Atomic Blonde ist ein Actionfilm, der zwar erzählerische Schwächen hat aber durch einen sympathischen Cast und eine großartige Inszenierung definitiv einen Kinobesuch wert ist.

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