„Assassins Creed“ – Willkommen in der Zeit der spanischen Inquisition

Assassins Creed mit Michael Fassbender
© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Videospielverfilmungen. Eine Geschichte des Scheiterns und der Enttäuschungen. Subjektiv war „Warcraft: The Beginning“  der erste Titel, der mich überzeugen konnte. „Assassins Creed“ hatte ja in den letzten Jahren schon als Spielefranchise seine Hochs und Tiefs, und so befürchteten skeptische Fans schon das schlimmste. Und dennoch wurde man überrascht.

Callum Lynch ist ein Mörder. Deshalb wird er mit der Giftspritze hingerichtet und das letzte, was er sieht, ist das weiße Licht der Leuchtröhren. Doch dann wacht er auf. Abstergo Industries hat seinen Tod vorgetäuscht, denn er hat einige wertvolle Informationen in seiner DNA verborgen. In seinen Erinnerungen steckt der Aufenthaltsort eines wichtigen Artefakts, welches den geheimen Krieg zwischen den Templern und den Assassinen für immer entscheiden könnte.

Parallel verfolgen wir also die Erinnerungen von Aguilar, einem Vorfahren von Callum und Assassinen. Die Geschichte dürfte Zuschauer ohne Vorerfahrung vielleicht erschlagen, Fans der Reihe fühlen sich Zuhause. Die Thematik ist bekannt, aber die Geschichte selbst ist neu. Dabei ist der Hauptplot vielleicht wenig überraschend, die Charakterentwicklungen jedoch überraschend gut gestaltet. Das Dreamteam von Macbeth (2015) ist wieder beisammen und das greift auch auf „Assassins Creed“ über. Michael Fassbender (X-Men: Apocalypse) brilliert in den rasanten Actionszenen und überzeugt in den ausdrucksstarken Dialogen. Die Zerrissenheit und Wut von Callum Lynch machen ihn zu einem untypischen Protagonisten und die moralischen Fragen, die das Spiel nur andeuten kann, werden hier besser ausgelotet. Der Konflikt zwischen Friede und Freiheit, der auch die heutige Berichterstattung bestimmt, wird hier abstrakt und simplifiziert besprochen. Damit trifft Justin Kurzel den Zeitgeist.

Marion Cotillard in Assassins Creed
© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Assassins Creed – Fazit

Ich hatte keine hohen Erwartungen an „Assassins Creed“. Vielleicht auch deshalb war dieser Film für mich die Überraschung 2016. Die Stimmung des Films haben so sicher nicht viele kommen sehen und so ist „Assassins Creed“ ein Film der Fans der Serie sicher unterhalten wird. Neulinge in der Welt der Asssassinen werden sich auf die etwas abgehobene, breite Story einlassen müssen um einen ähnlichen Spaß daran zu haben.

Assassins Creed Cover
© Twentieth Century Fox

BEWERTUNG: 7.0/10

Titel: Assassins Creed
FSK: ab 16 freigegeben
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 116 Minuten
Autor: Bill Collage, Adam Cooper
Regisseur: Justin Kurzel
Darsteller: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Brendan Gleeson, Charlotte Rampling
Google+
Pinterest

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.